Das Bielefelder Bauernhausmuseum als multifunktionaler Veranstaltungsort: Ort der Sinnstiftung für eine neue kollektive Identität einer sich schnell wandelnden Gesellschaft, in: Johannes Altenberend, Lutz Volmer (Hg.): Das Bielefelder Bauernhausmuseum 1917–2017. Ein Ort für ländliche Geschichte, Bielefeld 2017, S. 141–156.


Andreas Beaugrand

„Man kann ein Museum nicht neu aufstellen, indem man nur davon ausgeht, was einmal war. Die Modernität seiner künftigen Aufstellung wird keine tote Welt der Vergangenheit zeigen, sondern versuchen, zur Lösung der Fragen unserer Gegenwart beizutragen und das Belehrende unterhaltsam darzustellen.“(1)
(Prof. Dr. Rudolf Schnellbach, 1952–1967 Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe, um 1955)

Prolog
Die Pferde schwitzen. Stechmücken nerven. Die Sonne sticht. Das Stroh muss gebündelt und trocken sein, bevor das Sommergewitter losbricht. Vielleicht gelingt es. Dann gibt es Bier und Brot, vielleicht etwas Sülze. – Das Huhn, das keine Eier mehr legen kann, wird eingefangen, an den Flügeln und Beinen gefasst und mit dem Kopf auf den Holzblock geschlagen. Betäubt. Das Beil schnellt herab, der Kopf fällt abge-trennt zu Boden. Letzte Reflexe Flattern erzeugend, landet das Tier im Eimer mit heißem Wasser, es riecht nach Blut und fedrig-schwerer Feuchtigkeit. Alles ist klamm. Feuchte Federn werden gerupft, erst schnell, mit grobem Griff, dann feiner und feiner, die letzten Daunen und Flaumen. Nackt und tot und pickelig liegt das kopflose Tier auf dem Tisch. Auf einem alten Teller wird Spiritus entflammt. Das Tier über die bläulichen Flammen haltend, werden die letzten Federreste abgesengt. Morgen, dann ist Sonntag. Mittagessen mit Huhn.

Das Bielefelder Bauernhausmuseum im frühen 21. Jahrhundert
100 Jahre nach Gründung des mitten im Ersten Weltkrieg gegründeten Bielefelder Bauernhausmuseums ist die Welt bei Weitem nicht friedlicher geworden: Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Ende 2015 waren 65,3 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht; im Vergleich dazu waren es ein Jahr zuvor 59,5 Millionen Menschen, vor zehn Jahren 37,5 Millionen Menschen.(2) Von Januar 2015 bis Dezember 2016 wurden im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 1.396.823 Zugänge von Asylsuchenden erfasst.(3) „2016 ist das Jahr der meisten Toten auf dem Mittelmeer. 4.742 Menschen sind laut dem Uno-Flüchtlingshilfswerk bei der Überfahrt ums Leben gekommen. Fast 360.000 Menschen haben die Reise angetreten“(4) – noch mehr, als Bielefeld 2016 Einwohner hat.(5) Als das „Bauernhaus bei Bielefeld“ am 6. Juni 1917 eingeweiht wurde, waren die gesellschaftspolitischen Verhältnisse, die Gründungsursachen und die angestrebten Ziele gänzlich anders, wie die Ansprachen bei seiner Eröffnung widerspiegeln.(6)  
Will man nun zum Annus Jubilaeus des Bielefelder Bauernhausmuseums auf der Basis seiner einhundertjährigen Geschichte über ebenso zukunftsweisende wie nachhaltige museale Nutzungen nachdenken, sind Überlegungen über die Aufgaben und Methoden einer Historischen Kulturwissenschaft hilfreich, um zunächst einen Blick auf die Wechselwirkungen zwischen den jeweils historischen „Weltbildern“ und der tatsächlichen musealen „Realgeschichte“ (Max Weber) zu werfen. Deren offensichtlich sichtbares Ergebnis ist heute ein lebendiges Museum am Bielefelder Stadtrand im Teutoburger Wald – eine „stimmungsvolle Augenweide“, wie Dr. Rosa Rosinski, von 1999 bis 2012 Museumsleiterin und neben Wolfgang Kühme von der GAB zweite Geschäftsführerin, feststellte: offenbar „ein Idealbild einer ravensbergischen Hofanlage.“(7) Aber der Schein trügt. Nach Rosa Rosinski ist das Museum eine „historische Fälschung“, denn die Anlage sei das „Ergebnis der Anforderungen verschiedener Zeitströmungen an das Museum (…). So brauchte man in der Hochphase der Industrialisierung einen Ort für die Bewahrung (Rettung) der bäuerlichen Wurzeln. In den 1940er Jahren dienten die baulichen Erweiterungen aus dem Mindener und Gütersloher Raum der ‚völkischen‘ Idee des sogenannten ‚Deutschen Bauerntums‘ und in der Nachkriegszeit bemühte man sich hier um eine wertfreie, verharmlosende, heimatliche Identität.“ Der Brand im Bauernhausmuseum im Mai 1995, bei dem das Haupthaus vollkommen zerstört worden ist, ermöglichte mit der Errichtung des Mölleringshofes und seiner Scheune sowie der Schaffung eines neuen Ausstellungsraums durch Unterkellerung bis 1999 eine neue Gebäudestruktur – nun auch mit Café – und zugleich die Umsetzung eines gänzlich neuen Museumskonzepts, das bis heute gültig ist. In jedem Gebäude bzw. Raum finden sich Objekte und museale Inszenierungen, die das Leben auf dem Bauernhof um 1850 im Kontext der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte des Ravensberger Landes veranschaulichen und mit denen bei den zahlreichen Veranstaltungen im Jahr vielfach gearbeitet wird:(8)  
Der Betrieb des Bielefelder Bauernhausmuseums wäre ohne ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement und eine vielfache Freiwilligentätigkeit nicht möglich. Zahlreiche Helferinnen und Helfer sowie kulturwissenschaftliche und pädagogische Mit-arbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich in einem unglaublichen Ausmaß. Unter der Leitung von Dr. Lutz Volmer betreuen sie etwa 500 bis 600 Veranstaltungen pro Jahr, zu denen 6.000 bis 7.000 Besucherinnen und Besucher kommen, von den weiteren knapp 30.000 „normalen“ Museumsbesucherinnen und -besuchern nicht zu reden. So gibt es unzählige Aktionen von pädagogischen Honorarkräften für Eltern und Kinder wie Schmuckwerkstatt, Wie die Zeit vergeht. Zeit ohne Uhr erfassen und eine Sonnen- und eine Sanduhr selber bauen|, Insektenhotel bauen, Marienkäfer-Haus bauen, Bauernhoftiere aus Gips, Kaleidoskope bauen, Zuckerrübenschnitzen, Süße Brote zum Erntedank, Zinngießen, Farben aus der Natur, Drachen bauen, Bald ist Halloween, Bei Dunkelheit im Bauernhaus, Der Igel in unserem Garten, Apfel-Futterhäuschen bauen, Kerzen ziehen, Fenstersterne basteln, Winter-Pflegecremes mit Bienenwachs selbst herstellen, Krippenfiguren bauen, Stutenkerle zum Nikolaus, Weihnachtsplätzchen backen oder Baumschmuck aus Goldpapier.(9) Es wird gezeigt, wie Spielen wie vor 150 Jahren oder Papier schöpfen(10) funktioniert, was man mit Süßen Früchten macht – „noch ist Erdbeerzeit“ – und wie es Vom Korn zum Brot, Von der Milch zur Butter, Vom Flachs zum Leinen und in den Kräuterwelten kommt.(11) Man kann Sommer- und Herbstlandschaft malen(12) und Futterhäuschen bauen,(13) lernt alles Rund um den Apfel, kann Weihnachtssterne aus Stroh und anderem Material und Traumfänger basteln und sogar Häkeln lernen.(14) Es gibt Nahrungsmittel- und Kochangebote wie Märchen & Kochen für Kinder und (Groß-)Eltern, Kürbis, Pickert & Co. oder Apfel, Zimt & Mandelkern – Ein adventliches Pickert-Buffet selbst herstellen für Erwachsene,(15) Kurse zum Thema Alte Hausmittel – neu entdeckt, Wildkräuterküche im Sommer,(16) Pizza backen im historischen Holzofen und Spannendes rund um die Kartoffel.(17) In anderen Veranstaltungen kann man Pferdeleinen und Führstricke kennenlernen, Kleine Glaslaternen und Leuchtgläser umfilzen, die Farben des Herbstes erkunden, Bilder filzen mit Wolle und Weihnachtsengel basteln.(18) Es werden Märchen am Herdfeuer für Kinder und Erwachsene erzählt(19) und der Nikolaus kommt, es gibt regelmäßige Bauernhausmuseums- und Mühlenführungen,(20) Führungen extra für Kinder(21) und von Juli bis Oktober werden an jedem ersten Sonntag im Monat Web- und Spinnvorführungen veranstaltet.(22) Darüber hinaus zeigt das Bauernhausmuseum etwa drei größere Ausstellungen pro Jahr – zu zum Teil sehr verschiedenen Themen: 2016/2017 sind dies beispielsweise die Projekte Ländliche Geschichte in 100 Objekten. Von den Anfängen bis heute (29. Mai–23. Oktober 2016), Das erste Schuljahr – von Schultüten zum „Ernst des Lebens“ (30. Oktober–23. Dezember 2016) und – seit dem 5. Februar 2017 – 40 Frauen. Das Überleben organisieren. Ostwestfälische und lippische Frauenschicksale 1945–1949. Komplettiert wird die ungeheure Fülle des Veranstaltungsprogramms durch folkloristische Konzerte, musikalische Wanderungen, Nachtwanderung „mit Sinneserfahrungen“, Benefizläufe und Theaterspiele sowie den Imkertag, den Bauernmarkt, den Tag des Offenen Denkmals, den Martinsmarkt, den Gottesdienst zum Erntedank oder die Benefizveranstaltung Ein Fest für Tiere zugunsten rumänischer Straßenhunde ... es scheint schier kein Ende zu nehmen.
Einige wenige festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Reihe von Menschen im Arbeitslosengeld II-Bezug, die im Bauernhausmuseum eine Beschäftigung erhalten, bearbeiten und pflegen unter der Federführung von Tobias Cron und Helke Haarmeyer das weitläufige Gelände. In Zusammenarbeit mit der Gesellschafterversammlung des Bauernhausmuseums(23) bemüht sich Geschäftsführer Marcus Stichmann um die finanzielle Kompensation des strukturellen Defizits von etwa 40.000 Euro pro Jahr.
In Zeiten weltweiter und blitzschneller internetbasierter Kommunikation ist es erforderlich, das Museumskonzept einmal mehr zu modifizieren, weil zunehmend deutlich geworden ist, dass die historischen „Weltbilder“ und die tatsächliche museale „Realgeschichte“ nicht mehr wie gewohnt zusammenpassen. Der Hype der sogenannten „sozialen“ Medien und seine Folgen, globalisierte Digitalisierung, neue und prekäre Arbeitsverhältnisse, weltweit Kriege und die Flucht vor ihnen, die Integration fremder Menschen aus gänzlich unbekannten Sozialisationskreisen in die städtische Gesellschaft und schließlich all überall drohender ideologisierter Terror beeinflussen das kulturelle Selbstverständnis unserer Gesellschaft. Das Bielefelder Bauernhausmuseum muss konzeptuell auf diese „neuen Zeiten“ reagieren und in ihren agieren.

Ein lokales Bauernhausmuseum, etwas Geschichte und der Heimat-Begriff
Nicht zuletzt seit der großangelegten Studie AEM – Adult Education and the Museum des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung e.V., im „Europäischen Jahr des lebenslangen Lernens“ 1996 begonnen und 1999 abgeschlossen, besteht über die Aufgaben und Bedeutung von Museen für die gesellschaftliche Bildung weitgehender Konsens: „Museen sind nicht nur deshalb wichtig, weil sie uns einen verständnisvollen Zugang zur Vergangenheit erschließen, unsere eigene Welt besser erklären helfen und uns eine Aufschlüsselung für die Zukunft vermitteln; sie müssen auch ver-bunden sein mit Kreativität, Innovationen und Orientierungen hin zu vielen Dingen, die die lebensweltlichen Bezüge der Leute von heute berühren. Museen sind Servicezentren, die ihr Potenzial nur dann voll entfalten können, wenn sie sich mit den Hauptproblemen der gegenwärtigen Gesellschaft beschäftigen. Gegenwärtig ist die entscheidende Frage, was Museen wie für wen tun.“(24) Diese Frage bleibt aktuell.
In den knapp 20 Jahren seit dieser Studie und seit der Neuerrichtung des Haupthauses des Bauernhausmuseums haben sich die bundesdeutsche Gesellschaft und mit ihr die Bielefelder Alltagswirklichkeit gravierender verändert als in den Nachkriegsjahrzehnten zuvor. Die Pubertät der Republik, wie Nikolaus Jungwirth und Gerhard Kromschröder ihr 1983 erschienenes feuilletonistisches Werk über die bundesdeutsche Nachkriegszeit genannt haben,(25) war mit der Protestbewegung der „1968er“ längst nicht beendet. Der massive kollektive Widerstand und die Versuche, den „Muff von 1.000 Jahren unter den Talaren“ durch Demonstrationen, „Sit-ins“ und außerparlamentarische Dauerdebatten zu beseitigen, hatten zwar traditionalistische Strukturen zerstört, jedoch ist es seitdem nicht gelungen, diesem staatsbürgerlichen Strukturverlust neue Normen, Formen und Regeln auf den Weg zu geben: „Das Verbindende (war) das Unverbundene, das Übergreifende bestand in der Aufspaltung, ‚Wahrheit’ erwies sich als Vielfachwahrheit.“(26) Es folgte ein „euphorischer Pluralismus“ (Glaser), den Zyniker wie der Philosoph Odo Marquard als Zeit der „Inkompetenzkompensationskompetenz“(27) oder – ähnlich skeptisch und pathetisch – Jürgen Habermas als Zeit der „Neuen Unübersichtlichkeit“(28) bezeichnet haben. Auf der anderen Seite gab es die Freude am Kult und die Lust am inszenierten Augenblick, aber der Genuss aufklärender und aufgeklärter Debatten kontrastierte mit dem Verlust von Zielorientierung, abnehmender gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen und schließlich mit eskalierender Gewalt, die einen ihrer tragischsten Höhepunkte am 11. September 2001 im Attentat islamistischer Terroristen auf das New Yorker World Trade Center erfuhr.
Seitdem – und für Deutschland und Europa beschleunigt durch das Verschwinden des „Eisernen Vorhangs“ zwischen West und Ost seit 1989/1990 – hat sich vieles geändert: die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, der zu beliefernde Markt, die Konkurrenz, die Politik, die sozialen Systeme, die produzierende und handelnde Welt. Alles befindet sich in einem Strudel des Wertewandels – politisch, wirtschaftlich, religiös und ideologisch.
Heute leben in Deutschland etwa 82 Millionen Menschen „aus aller Welt“ und davon gut 335.000 in Bielefeld,(29) dem Oberzentrum Ostwestfalen-Lippes, das sich in den vergangenen gut 100 Jahren von der Kaufmanns- und Industriestadt zur „Wissenschafts- und Dienstleitungsstadt im Grünen“ entwickelt hat. Deren Gesellschaft wird durch die Wirtschaftsstruktur der Stadt mit starker Nahrungsmittel-, Maschinenbau-, Druck- und Bekleidungsindustrie, zahlreichen Handels- und Dienstleistungsunternehmen, Hochschulen, kulturellen und sozialen Einrichtungen wie die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel oder das Evangelische Johanneswerk bestimmt. Zwischen „alledem“ und gleichsam „am Rande davon“ liegt das Bauernhausmuseum Bielefeld, dessen Aufgaben sich im Kontext des sich stetig wandelnden Begriffs der Heimat(30) immer wieder änderten und sich auch künftig verändern müssen, zumal die weltweiten Entwicklungen zu neuem Nationalismus und Rechtsradikalismus geführt haben, wie nicht nur die jüngsten Wahlen in Polen, Österreich, Frankreich und in den USA oder der aktuelle „AfD-Populismus“ in der Bundesrepublik Deutschland offenbaren. Schlimmer noch: die sogenannten „neuen Rechten“, die als „Reichsbürger“ das „völkische Denken“ und „Ethnopluralismus“ fordern. „Die Völker sollten nebeneinander existieren, aber sich nicht vermischen.“ Das ist tragischerweise ernst gemeint und äußerst aktuell.(31)

Das Bauernhausmuseum, der multifunktionale Veranstaltungsort(32)
Angesichts dieser Problematik steht auch das Bielefelder Bauernhausmuseum vor neuen Aufgaben, zumal bisher übliche Kulturentwicklungsstrategien nicht mehr wirkungsvoll zu sein scheinen: In den Deutschen Wirtschafts Nachrichten konnte man schon im November 2013 lesen, dass „Bücher, Museen, Konzerte oder Theatervorführungen für viele Europäer … mittlerweile exotische Dinge (sind). Die Statistik zeigt: Am Geld liegt es nicht.“(33) Immerhin 400 Millionen Euro investierte etwa die Europäische Union von 2007 bis 2013 in ein Kulturförderprogramm, das 2014 durch ein neues Programm mit dem Titel Kreatives Europa abgelöst wurde, für das bis 2020 1,8 Milliarden Euro eingeplant sind. Beide Projekte blieben jedoch bisher ohne messbaren Effekt. Deshalb sind andere Maßnahmen erforderlich.
Museumsarbeit und museale Vermittlung ist nicht mehr auf einfache Führungen für Schulklassen oder museumspädagogische Workshops beschränkt. Die Bildungsangebote müssen weit über die Grenzen des Museums hinausgehen und dadurch zeigen, dass das Museum als Ort lebenslangen Lernens einen besonderen Stellenwert für die Aus- und Weiterbildung einer äußerst heterogenen Zielgruppe jeder Altersgruppe, jedes sozialen Standards und jeder Herkunft hat. Leitmotive dafür sind, dass sich das Bielefelder Bauernhausmuseum zukünftig nicht nur als ein Laboratorium für kulturelle Identität versteht, sondern auch als Ort der Sinnstiftung und des kollektiven Gedächtnisses einer sich massiv verändernden Gesellschaft, an dem interdisziplinär und differenziert spezifische Ausstellungsthemen und -inhalte, eingebunden in aktuelle alltagsweltliche Zusammenhänge, zur Diskussion gestellt werden. Gesammeltes Wissen und Zukunftsfähigkeit gehören unmittelbar zusammen.(34) Das Bauernhausmuseum macht Geschichte erlebbar und Herkunft sichtbar. Es kann damit ein Bindeglied zwischen Alt- und Neubielefeldern werden, die hier im wahrsten Wortsinn Tradition erfahren und voneinander lernen.
Voraussetzung für diese Integrationsförderung ist eine aufgeschlossene und interessierte Gesellschaft, die das Vertraute zu etwas Besonderem werden und das Unbekannte sich nahekommen lässt. So können Reflexionsfähigkeit, kommunikative Kompetenz und Kreativität gebildet sowie Experimentierfreudigkeit und Offenheit für die Konfrontation mit der Realität angeregt werden, die nicht unmittelbar naheliegen und die durch die Massenkommunikationsmedien nicht adäquat transportiert werden können, selbst wenn sie unseren Alltag und unsere Auffassung von der Welt in radikaler Weise verändert haben. Informationen über alles und jedes stehen in Sekunden überall uferlos zur Verfügung, man kann weltweit „unterwegs“ sein, ohne einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen, und hat Bilder und Vorstellungen von nahen und fernen Situationen und Orten, ohne sie jemals tatsächlich besucht zu haben. Deshalb muss es dem Bielefelder Bauernhausmuseum zukünftig darum gehen, den „realen“ Besuch und die tatsächliche Begegnung vor Ort attraktiver zu machen, als es ein Blick auf die Website oder ein „Tweet“ via Smartphone zu leisten imstande ist, das keine reale Begegnung und keinen wirklichen Besuch ersetzen kann.
Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, dass es den klassischen Lebensweg von der Schule über die Ausbildung zur Berufsausübung hin zur Pensionierung unter den heutigen arbeitsmarktpolitischen und gesellschaftlichen Verschiebungen nicht gibt. Von daher muss das Bauernhausmuseum die differenzierter werdenden Zielgruppen – Berufstätige, Kinder, Studierende, Senioren, Arbeitslose usw. im Hinblick auf ihr jeweiliges Alter, ihre Lebensorte und ihre Herkunft, das Geschlecht, die soziale Klasse, die Bildungsebene, die Nationalität und ihre Sprache etc. – ansprechen und begleiten und versuchen, Antworten auf Probleme im Alltag und in den verschiedenen Lebenssituationen zu finden. Denn die sozialen Milieus entwickeln sich weiter. In vielen deutschen Großstädten – auch in Bielefeld – besteht die junge Generation bis zu 40 Prozent aus Kindern mit Migrationshintergrund und bereits vor gut zehn Jahren wurde festgestellt, dass etwa 70 Prozent der Migranten in Museen keine kulturelle Verortung verspüren.(35)
Das Bielefelder Bauernhausmuseum kann hier ebenso pragmatisch wie inhaltlich stringent gegensteuern: mit sachlichen Informationen, mit Offenheit und Interesse für die kulturellen Wurzeln der Migranten, ihren Entbehrungen und Verwerfungen, die sie als Fremde in unserem Land erfahren. So wird das Museum zu einem aktiven Bestandteil der Gesellschaft und zu einem Kristallisationspunkt in der Integrationsarbeit. Der Blick auf andere oder historische Kulturen wird um den Blick der Migranten und Fremden auf unsere Kultur erweitert.
Globalität ist das gesellschaftliche Phänomen unserer Zeit. In der Weltgesellschaft gibt es keine geschlossenen Räume mehr, Abgrenzung funktioniert nicht. Deshalb kann das Bielefelder Bauernhausmuseum auch im 21. Jahrhundert ein wichtiger Baustein einer neuen und zeitgemäßen kollektiven Identität unserer Gesellschaft sein, das sich mit seinen musealen Themen programmatisch für die Lernprozesse in Gegenwart und Zukunft einsetzt. Das Museum muss nicht nur strukturell und finanziell in die Lage versetzt werden, seine Angebote mit den verschiedenen menschlichen Lebensabschnitten zwischen Kindheit und Alter zu verknüpfen,(36) sondern auch dazu beitragen, Grenzen zu überwinden – insbesondere diejenigen, die sich in den Köpfen entwickelt haben. Lernen in und mit dem Museum trägt zum Schärfen der intellektuellen Reflexion und der sinnlichen Wahrnehmung bei – wesentliche Grundlagen für vorurteilsfreies humanistisches Handeln, Offenheit und Toleranz.(37)
„Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt“(38) – so die offizielle Definition. Die Statistik des Instituts für Museumskunde weist für das Jahr 2015 6.710 Museen, Museumseinrichtungen bzw. Museumskomplexe in Deutschland aus, bei denen es sich in der Mehrzahl um kleinere und mittlere Häuser handelt. Etwa 50 Prozent davon sind volks- und heimatkundliche Museen, gefolgt von kulturgeschichtlichen Spezialmuseen (ca. 15 Prozent) sowie naturwissenschaftlichen und technischen Museen (ca. 12 Prozent). Alle großen Kunstmuseen zusammen machen nur einen Anteil von etwa zehn Prozent in der deutschen Museumslandschaft aus, die jedoch in einem internationalen Wettbewerb und Leihgaben, attraktive Sonderausstellungen und durch Zuwendungen bedeutender Sammler und erfolgreiches Fundraising ca. 40 Millionen Besucher verbuchen können.(39) Ganz anders sieht es bei kleineren Museen „in der Provinz“ aus, die Freiräume und Ressourcen für ein klares Profil und eine überzeugende Museumsstrategie brauchen, für die jedoch die finanzielle Grundlage fehlt, die es auf neuen Wegen zu beschaffen gilt: „Es wird für den Kulturbetrieb in Zukunft verstärkt darauf ankommen, wie die Inhalte aufbereitet und präsentiert werden. Eine wachsende Rolle spielen charismatische und glaubwürdige Vermittlerpersönlichkeiten, die es verstehen, Schwellenängste abzubauen, Begeisterung auch für komplexe Inhalte zu wecken und für das offene, neugierige Wahrnehmen zu werben.“(40) Und Projekte, die begeistern und faszinieren, ohne „trendige Events“ zu sein, um im Sinne der „Aufmerksamkeitsökonomie“ von Michael H. Goldhaber(41) zu Gesprächsstoff werden.
Das Bielefelder Bauernhausmuseum ist und bleibt eine demokratische Bildungseinrichtung in der ostwestfälischen Region, die als lokales Kompetenzzentrum die Nähe zu seinem Publikum braucht. Deshalb müssen weiterhin attraktive Ausstellungsangebote für die Region konzipiert werden, die der kulturellen Verödung entgegenwirken und den Menschen jeder Herkunft Teilhabe ermöglichen – insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel, der es unabdingbar macht, museale Infrastruktur auch „in der Provinz“ zu erhalten. Es muss zukünftig darum gehen, an das Selbstbewusstsein des Bildungsbürgertums zu erinnern, das bisher etwa zehn Prozent der Bevölkerung darstellte, sich jedoch zusehends verflüchtigt. An seine Stelle tritt zunehmend eine „Lifestyle-Generation“, die offenbar nur noch erleben will, was „trendy“ ist: Dazu zählen die ominösen „langen Nächte“, opulente Previews mit italienischem Caterer, hippe Weltmusik oder Feste aus welchem Anlass auch immer. „Die Menschen sind heute nur noch dann bereit, weite Entfernungen zu fahren, wenn wirkliche Großereignisse mit einem entsprechenden Erlebniswert locken. Industriekultur hatte dieses Alleinstellungsmerkmal in den 1990er Jahren. Heute sind dies eher Freizeitparks und andere Großveranstaltungen; auch in der Museumslandschaft geht der Trend eher zu Freilichtmuseen und Living-History-Aktionen.“(42)  
Was also bleibt, ist die Notwendigkeit der kulturpolitischen Entscheidung für ebenso lebendige interaktive wie langfristige konstruktive Kulturentwicklung in der Stadt Bielefeld. Wir müssen – um mit Hans-Ulrich Wehler zu sprechen – die Herausforderungen der Kulturgeschichte annehmen: „Allein die aufgeschlossene, flexible Teilnahme an jenem ständigen Dialog, der über die Dimensionen unserer Standortgebundenheit, den Wandel unserer Weltbilder, Wertideen und erkenntnisleitenden Interessen geführt wird, kann dazu beitragen, dass wir zum einen die Defizite der eigenen Position klarer erkennen und uns um ihre Beseitigung bemühen können. Und zum anderen vermögen wir erst dann, die entschiedene Abgrenzung von den verführerschen Irrlichtern der ‚Trendiness‘ von der kurzlebigen Chimäre der Modeströmungen ohne dauerhafte Substanz glaubwürdig vorzunehmen.“(43)

Epilog
Die alte Dame sitzt am Spinnrad und erläutert, wie der Faden entsteht. Die Kinder ernten das im Museumsgarten angebaute Gemüse und haben verstanden, dass Gemüse nicht grundsätzlich viereckig gefroren ist und Chicken Nuggets aus geschlachteten Hühnern hergestellt werden. Linsen und Bohnen wurden zu Pasten verarbeitet und mit Gerber-Sumach und Baharat gewürzt. Mit der großen Kutsche kommt das Brautpaar, um feierlich im alten Bauernhaus zu heiraten. Staunend betrachten die Gäste den Betrieb der alten Bockwindmühle. Im großen Topf über dem Feuer schmort der Eintopf, im Backofen wird Fladenbrot gebacken, die digitalen Bilder schwirren in die Welt. „Social Web Consultants“ und „Follower“ brauchen wir nicht. Wir waren dabei. Wirklich.

Anmerkungen:
1) Rudolf Schnellbach, zitiert nach Harald Siebenmorgen: Abschied von Illusionen. Die Voraussetzung für ‚Museen neu denken‘, in: Hartmut John, Anja Dauschek (Hg.): Museen neu denken. Perspektiven der Kulturvermittlung und Zielgruppenarbeit, Bielefeld 2008, S. 268–275, hier S. 275.
2) Vgl. https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/fluechtlinge/zahlen-fakten.html (15.12.2016). Zu den Ursachen und Folgen des „Arabischen Frühlings“ 2011 vgl. Henner Fürtig: Außensicht und Selbstverständnis einer Region in der Krise, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Informationen zur politischen Bildung, Heft 331, 3–4 2016, S. 4–7.
3) Vgl. https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/218788/zahlen-zu-asyl-in-deutschland#Registrierungen (15.12.2016).
4) Jonathan Stock, Europas Pförtner, in: DER SPIEGEL Nr. 51 vom 17.12.2016, S. 109.
5) Am 30. Juni 2016 hatte Bielefeld 335.643 Einwohner. Vgl. https://www.bielefeld.de/de/rv/ds_stadtverwaltung/ads/stk/ak/ (26.12.2016).
6) Das Bauernhaus bei Bielefeld. Ansprachen gehalten bei seiner Einweihung am 6. Juni 1917. Sonderdruck aus dem 31. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld o.J. (1917). Vgl. dazu auch den Beitrag „Kaufen Sie doch Meyer zu Ummeln“. Ein Bauernhausmuseum für Bielefeld von Bernd J. Wagner in diesem Buch.
7) Vgl. hier und für das Folgende Rosa Rosinski: Das Bauernhaus-Museum Bielefeld. 100 Jahre und ein bisschen weiter?, in: Andreas Beaugrand (Hg.): Stadtbuch Bielefeld 1214–2014, Bielefeld 2013, S. 688–691, hier S. 689. Das Museumsensemble besteht aus dem original hergerichteten Mölleringshof von 1590, der Nachfolger des im Mai 1995 abgebrannten Hauptgebäudes ist. Des Weiteren gibt es das Backhaus (1764), den Spieker (Speicher, 1795), die zum Café umgebaute Scheune (1807), die Bockwindmühle (1686), die Bokemühle (1826) und ein Fachwerkhaus für Kinder, das Fischerhaus.
8) Zum Veranstaltungsprogramm vgl. http://www.bielefelder-bauernhausmuseum.de/pages/ereignisse.php (16.12.2016), zum Grundsätzlichen siehe Claudia Puschmann, Rosa Schumacher (Hg.): Bauernhaus-Museum Bielefeld. Einblicke in das „System Hof“ in Ravensberg in der Mitte des 19. Jahrhunderts, Bielefeld 1999.
9) Mit Anna Behring.
10) Mit Cornelia Rössler.
11) Mit Anke Bechauf.
12) Mit Irene Blömer.
13) Mit Bianca Kreuzinger.
14) Mit Bettina Röder.
15) Mit Veronika Schmidt-Lentzen.
16) Mit Meike Brinkmann.
17) Mit Maria Ferreira-Obenhaus.
18) Mit Petra Voß.
19) Mit Ursula Schlink de Company, Margret Oetjen, Gisela Wagner oder Erika Frohne.
20) Mit Thomas Fluhrer.
21) U.a. mit Maria Ferreira-Obenhaus.
22) Mit Jutta Henrici und Anette Hennefeld.
23) Gesellschafter der gemeinnützigen Bielefelder Bauernhausmuseum gGmbH sind der Historische Verein für die Grafschaft Ravensberg (45 %), die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut (45 %) und die Stiftung Bauernhausmuseum Bielefeld (10 %).
24) Brian Martin, Peter Cudmore: AEM (Adult Education and the Museum) im Kontext regionaler/nationaler Kulturpolitik. Auf der Suche nach einer theoretischen Perspektive, in: Jutta Thinesse-Demel (Hg.): Erwachsenenbildung und Museum. Ein Projektbericht, Frankfurt 1999, S. 24.
25) Nikolaus Jungwirth, Gerhard Kromschröder: Die Pubertät der Republik. Die 50er Jahre der Deutschen, Reinbek bei Hamburg 1983.
26) Ebd.
27) Odo Marquardt: Inkompetenzkompensationskompetenz, in: Philosophisches Jahrbuch 81 (1974), S. 341 ff.
28) Jürgen Habermas: Die Neue Unübersichtlichkeit. Kleine Politische Schriften V (Neue Folge, 321), Frankfurt 1985. Vgl. aktuell dazu Nils Minkmar: Die neue Übersichtlichkeit, in: DER SPIEGEL Nr. 52 vom 23.12.2016, S. 30 f.
29) Zur Entwicklung der Einwohnerzahl Bielefelds vgl. https://www.bielefeld.de/de/rv/ds_stadtverwaltung/ads/stk/ak/ (15.12.2015). Im Herbst 2016 lebten in Bielefeld 7.321 Asylbewerber, darunter 670 Geduldete, 3.366 im Verfahren Befindliche, 3.222 Anerkannte mit Aufenthaltserlaubnis und 63 Folgeantragsteller. Vgl. http://www.nw.de/lokal/bielefeld/mitte/mitte/20928534_Zahlen-und-Fakten-zur-Fluechtlingssituation.html, aktualisiert am 26.9.2016 (15.12.2016).
30) Unheimlich heimlich: Heimat habe ich 2003 das Forum zeitgenössischer Kunst VI des Bielefelder Kunstvereins genannt, als es darum ging, mit Künstlerinnen und Künstlern wie Beate Haupt, Sabine Kuhn, Bruno Raetsch, Jürgen Rehrmann, Bernd Schwarting und den Bielefelder Performancekünstlern Die Oralapostel den Begriff der Heimat in den Griff zu bekommen – aus persönlichen Gründen und mit vielfältigen persönlichen Stellungnahmen zum Thema: unheimlich genug. Vgl. Andreas Beaugrand (Hg.): Unheimlich heimlich: Heimat. Forum zeitgenössischer Kunst VI, Bielefeld 2003. Zum Heimat-Begriff vgl. Gerhard Handschuh: Brauchtum. Zwischen Veränderung und Tradition, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Heimat, Bonn 1990, S. 635. Nach Gerhard Handschuh weist der Begriff Heimat vier Dimensionen auf: eine räumliche, eine zeitliche, eine soziale und eine kulturelle Dimension.
31) Tobias Rapp: Der dunkle Ritter. Was denken Rechte? Ein Besuch bei dem Autor und Verleger Götz Kubitschek, in: DER SPIEGEL Nr. 51 vom 17.12.2016, S. 126–132, hier S. 127.
32) Zu Kontext und Begriff vgl. Wiltrud Gieseke, Karin Opelt, Helga Stock, Inge Börjesson: Kulturelle Erwachsenenbildung in Deutschland: Exemplarische Analyse Berlin/Brandenburg (Band 1 der Schriftenreihe Europäisierung durch Kultur. Bildung – Praxis – Event, hg. v. Wiltrud Gieseke und Józef Kargul), Münster, New York, München, Berlin 2005, aber auch Diana Salzmann: Multifunktionale Freiräume. Öffentlicher Raum in den Innenstädten, Hamburg 2013.
33) Deutsche Wirtschafts Nachrichten (Berlin) vom 28.11.2013.
34) Unterstützend wirken in diesem Kontext die Kooperationen, die das Bauernhausmuseum bereits heute schon pflegt, etwa mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe, mit befreundeten Museen ähnlicher Ausrichtung oder mit dem Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Bielefeld.
35) Vgl. Institut für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft: Kulturorte als Lernorte interkultureller Kompetenz. Bericht zum Stand der Arbeiten auf der Grundlage der Befragung der kommunalen Kulturämter, Bonn 2005. Vgl. zum aktuellen Stand http://www.kupoge.de/institut.html (20.12.2016).
36) Das sind beispielsweise Kindheit, Schulzeit, Erwachsenwerden, Ausbildungs- bzw. Studienzeit, Berufstätigkeit, Beteiligung am sozialen Leben, Weiterbildung, Familiengründung, Beteiligung an der kulturellen Infrastruktur, Ausstieg aus der Erwerbstätigkeit, Einstieg in den Ruhestand, Entwicklung eines neuen Rollenverständnisses, Vorbereitung auf das Lebensende.
37) Im Bielefelder transcript Verlag sind in den letzten beiden Jahren zahlreiche Bücher zum aktuellen Thema erschienen, u.a. Robert Gander, Andreas Rudiger, Bruno Winkler (Hg.): Museum und Gegenwart, Verhandlungsorte und Aktionsfelder für soziale Verantwortung und gesellschaftlichen Wandel, Bielefeld 2015; Susanne Keuchel, Viola Kelb (Hg.): Diversität in der Kulturellen Bildung, Bielefeld 2015; Nora Wegner: Publikumsmagnet Sonderausstellung – Stiefkind Dauerausstellung? Erfolgsfaktoren einer zielgruppenorientierten Museumsarbeit, Bielefeld 2015; Frank A. Simon: Kulturmanagement und Social Media. Neue interdisziplinäre Perspektiven auf eine User-generated Culture im Kulturbetrieb, Bielefeld 2015; Carmen Mörsch, Angeli Sachs, Thomas Sieber (Hg.): Ausstellen und Vermitteln im Museum der Gegenwart, Bielefeld 2016; Oliver Scheytt, Simone Raskob, Gabriele Willems (Hg.): Die Kulturimmobilie. Planen – Bauen – Betreiben. Beispiele und Erfolgskonzepte, Bielefeld 2016; Maren Ziese, Caroline Gritsche (Hg.): Geflüchtete und Kulturelle Bildung. Formate und Konzept für ein neues Praxisfeld, Bielefeld 2016; Birgit Mandel (Hg.): Teilhabeorientierte Kulturvermittlung. Diskurse und Konzepte für eine Neuausrichtung des öffentlich geförderten Kulturlebens, Bielefeld 2016; Armin Klein, Yvonne Pröbstle, Thomas Schmidt-Ott (Hg.): Kulturtourismus für alle? Neue Strategien für einen Wachstumsmarkt, Bielefeld 2017.
38) Ethische Richtlinien für Museen des International Council of Museums (Deutschland) von 2010, zitiert nach http://www.icom-deutschland.de/schwerpunkte-museumsdefinition.php (23.12.2016).
39) Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Institut für Museumsforschung (Hg.): Materialien aus dem Institut für Museumsforschung. Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland für das Jahr 2015 (Heft 70), Berlin 2016, S. 15 f.
40) Pressemitteilung der Körber-Stiftung vom 14. Januar 2014.
41) Michael H. Goldhaber: The Attention Economy and the Net, Chicago 1997.
42) Willi Kulke: In Schönheit verfallen lassen oder mit neuem Leben erfüllen? Zu den Perspektiven für ein Ziegeleimuseum in der Magdeburger Börde, in: Andreas Beaugrand (Hg.): Die Alte Ziegelei Westeregeln. Geschichte und Geschichten vom Kalkberg, Oschersleben 2015, S. 52 f.
43) Hans-Ulrich Wehler: Vorwort, in: ders.: Die Herausforderung der Kulturgeschichte, München 1998, S. 13.